Wir bekommen immer wieder interessante Anfragen, teils Verrückte aber auch viele die ernsthaft nachdenken und sich Gedanken machen. Nachfolgend deswegen unsere Gedanken zum Thema Blackout. Wir würden uns freuen, wenn weitere Fragen unten in den Kommentaren erfolgen (und nicht via Telefon). Danke

Was ist ein Blackout?

Als Blackout wird ein großflächiger, langanhaltender Stromausfall bezeichnet. Ursachen für einen Blackout können Naturkatastrophen, Kraftwerksunfälle, fehlende Brennstoffe (Gas), Kriegshandlunge, Anschläge oder sonstige technisch bedingte Störungen oder Überlastungen des Energienetzes sein. Die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Blackouts ist relativ gering. Dennoch bestellen interessanter Weise auch Techniker von Netzbetreibern bei uns Solar-Generatoren. Deren Begründung ist jedoch nicht eine gestiegene Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls, sondern dass wenn ein Ausfall kommen sollte, aktuell niemand weiß ob das Netz zeitnah wieder hochgefahren werden kann. Dies ist technisch bedingt, da im Netz angeschlossene Kraftwerke eine Gegenspannung und Gegenfrequenz brauchen um hochgefahren werden zu können. Würde nur ein einzelnes Kraftwerk hochfahren würde es eventuell gleich wieder zusammenbrechen wegen Überlastung. So einen Fall hat es aber seit dem 2. Krieg nicht mehr gegeben. Techniker schätzen dass das koordinierte hintereinander langsame Hochfahren von Kraftwerken bis zu 2 Wochen dauern könnte.

Wann tritt ein Blackout ein?

Ein Blackout wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bei extremen Ereignissen oder bei Überlastung der Systeme (sehr kalter Winter – elektrische Heizer) oder eben Energiemangel (Gas, Öl, Kohle) eintreten.

Was funktioniert bei einem Blackout vermutlich nicht?

Die Antwort ist einfach. Alles was mit Strom funktioniert. Dies sind heute leider fast alle Geräte.
Banale Dinge wie elektrische Fensterrollladen, Garagentore, Tankstellen-Benzinpumpen, Kassensysteme, elektrische Türen, Internet & Handynetze, TV-Sendemasten, Heizungen, Wasserpumpen, Kühlschränke …

Macht es Sinn mit Solargeneratoren vorzusorgen?

Sollte es zu einem richtigen mehrwöchigen Blackout in der kühlen Jahreszeit kommen wird es extrem schwierig diesem mit Solargeneratoren entgegen zu treten. Begründet durch die geringe Kapazität der Batteriespeicher und der relativ schwachen solaren Nachlademöglichkeit, wird es schwierig werden die aus den Batterien gezogene Energie mit Solarmodulen wieder nach zuladen. Im Winter wird man es mit Solarmodulen nicht schaffen die Kapazität Powerstation eine Woche aufrecht zu erhalten. Es wird zum nachladen einen Benzin- oder Dieselgenerator benötigen. (Die Frage ist dann warum man nicht nur einen (lauten stinkenden aber dafür billigen) Benzingenerator betreibt?

Für wen macht die Vorsorge mit Solargeneratoren Sinn?

Zu aller erst für Menschen die medizinische Geräte benötigen wie z.B. über Nacht Beatmungsgeräte. Für Anwender die elektrische Rollos oder Tore haben und anders ihr Haus, Grundstück nicht verlassen könnten. Wenn es sehr sehr kalt werden sollte und z.B. eine Dieselheizung vorhanden ist macht es Sinn das Haus regelmäßig aufzuheizen um das Platzen von Wasser- und Heizungsrohren zu verhindern.

Das längere Betreiben von Kühlschränken, Eisschränken macht vermutlich keinen Sinn, da die in ca. 18 Stunde verbrauchte Energie in 6 Stunden mäßige Sonne vermutlich nicht nachgeladen werden kann. Auch könnte man den Kühlschrankinhalt ggf. auch außen im Kalten eine Zeitlang lagern

Handys Laden macht auch nur bedingt Sinn, da vermutlich Internet und Handynetz kaum funktionieren werden. Kaffee kochen und andere Annehmlichkeiten sollten wohl überlegt sein, da die verbrauchte Energie nur schwer wieder nachzuladen sein wird im Winter.

Für Licht eigenen sich sparsame Taschenlampen und Batterien ohne größere Wandlungsverluste vermutlich eher als die großen Solargeneratoren. Aber zum Nachladen sind sie ggf. dennoch geeignet.

Was ist zu beachten wenn man sich einen Solargenerator nur zur Blackoutvorsorge zulegt?

Der wichtigste Punkt ist die regelmäßige Kontrolle des Akkus. Batterien verlieren immer einen Teil Ihrer Energie beim Lagern, Solargeneratoren in der Regel noch mehr. Deswegen ist es wichtig den für den Notfall benötigen Solargenerator regelmäßig hinsichtlich seiner Ladung zu prüfen und ggf. nachzuladen. Ein einmal tiefentladener Akku nimmt Schaden und lässt sich ggf. gar nicht mehr nutzen. Deshalb empfehlen wir jeden Monat den Solargenerator zu prüfen und alle 3 Monate nachzuladen um dann das Gerät im Idealfall nicht ganz vollgeladen wieder abzustellen.

Generell macht es für einen Blackout Sinn ausreichend nicht verderbliche einfach zu zubereitende Nahrungsmittel und Trinkwasser vorzuhalten.

2 Meinungen zu “Blackout Vorsorge mit Solargeneratoren

  1. Alex sagt:

    Hallo, zunächst einmal vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich hätte eine Frage zu dem genannten Aspekt für wen eine Vorsorge mit Solargeneratoren Sinn machen kann: „Für Anwender die elektrische Rollos oder Tore haben und anders ihr Haus, Grundstück nicht verlassen könnten.“. Wie müsste in diesem Fall ein elektrisches Rollo notgeöffnet werden? Könnte dieser Workflow funktionieren? 1. Sicherung für das relevante Zimmer raus. 2. Rolladen Schalter ausbauen. 3. Männlichen Schuko Stecker an Stelle der regulären Stromversorgung anbringen. 4. Stecker aus Schritt in Solargenerator stecken. 5. Rollo über Schalter verfahren. 6. Alles Rückbauen. Danke für ein kurzes Feedback dazu und Gruß.

  2. Seb sagt:

    Hallo Alex,
    genau das ist das Problem, dass viele Rollos, Tore, Heizugngen direkt integriert sind ins Hausnetz ohne Stecker.
    Entweder man macht das so wie Beschrieben (extrem wichtig ist die Sicherungen alle zu entfernen), oder man lässt von einem Elektriker einen Umschalter / Trennschalter zentral einbauen der zwischen Powerstation und Stromnetz wählen kann. Oder man lässt vom Elektriker die von Ecoflow oder Bluetti angebotenen Smartpanels für die Hausintegration einbauen.

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