Aktuell gibt es einen Trend LiFePo4 Akkus selbst zu bauen. Dafür besorgt man sich „günstige“ LiFePo4 Zellen und Verbinder z.B. bei Ali-Express und baut diese hier zusammen. Dabei gibt es viele Punkte zu beachten die sicherheitskritisch sind um schwere Verletzungen und Brände zu vermeiden.

lifepo4 Bausatz

Dabei erreichte uns die Frage, ob man ein BMS (Batteriemanagementsystem) braucht, da der Akku ja auch so funktioniert und mit einem MPPT geladen werden kann.

Unsere Antwort:

Ja, man braucht unbedingt ein BMS. Dieses überwacht vor allem die einzelnen Zellen und balanciert die Spannungsunterschiede zwischen ihnen aus.

Der gebaute Akku funktioniert zwar auch ne Zeit lang ohne BMS aber im schlimmsten Fall geht eine Zelle defekt, das nicht vorhandene BMS schaltet nicht ab, und es „brennt“ bzw. die Zellen blasen Rauch ab. BMS gibt es ab ca. 20€ – daran sollte man nicht dran sparen. BMS mit Mehr Leistung (Ampere) und Funktionen kosten mehr.

Die LiFePo4 Zellen sind deshalb gefährlich, weil sie einfach sehr viel Energie speichern und diese auch genauso dumm abliefern z.B. bei nem Kurzschluss. Ein BMS überwacht die die Ströme, Fehlerströme und Spannungsunterschiede des gesamten Akkus und in den einzelnen Zellen und schaltet im Fehlerfall zuverlässig ab. In der Praxis ist es häufig sogar so , dass bei defekten LiFePo4 Komplett-Akkus gar nicht die Zellen defekt sind, sondern das BMS nur abgeschaltet hat (oder als kleiner Computer selbst defekt ist und günstig getauscht werden kann. )

4 Meinungen zu “Braucht man für einen LiFePo4 Akku ein BMS?

  1. Soli500 sagt:

    Kann es sein, dass meine Delta 2 ihre volle Kapazität erst nach einigen Ladezyklen erreicht?
    Konkret messe ich bei einer Entladung von 92% auf 7% nur eine Arbeit von 0,3 kwh

    • Seb sagt:

      Hallo, eigentlich nicht.
      Es kann aber sein, dass das BMS in Ausnahmen gleich am Anfang erst kalibriert werden muss. Bedeutet einmal komplett entladen und voll laden. Auch sind Wirkungsgradverluste und Messfehler nicht zu vernachlässigen. Nach mehren Zyklen weiß die Delta 2 dann, wann sie voll und leer ist. Durch Teilladung, Entladung kommt es vor, dass das BMS wieder den Endstatus vergisst und neu kalibriert werden muss. Tritt keine Verbesserung ein, kann auch tatsächlich ein Zellschaden vorliegen.

    • Seb sagt:

      Hallo,
      die üblichen BMS übernehmen das Cell-Balancing gleich mit.
      Ein Balancer wird eventuell benötigt, wenn die Zellen am Anfang zu unterschiedliche Spannungen aufweisen.
      Aber die meisten behelfen sich, in dem sie die Zellen zunächst einzeln auf ca. 3,4 Volt angleichend laden und dann vor Akkumontage alle parallel schalten und mit einer einfachen Ladequelle, z.B. einem Labornetzteil, mit niedrigen Strömen die Zellen z.B. eine Woche auf die gleiche Spannung bringen z.B. 3,6 Volt (siehe technische Daten). Ob das so zwingend notwendig ist darüber streiten die Experten, viele meinen so hält der Akku länger und das BMS arbeitet zuverlässiger.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert