Vergleich Jackery Explorer 1000 Pro, Anker 757, Ecoflow Delta 2

Da wir immer wieder gefragt werden, welche Powerstation die Beste ist und wir immer antworten, das lässt sich so nicht beantworten, denn es kommt auf die Anwendung und Wünsche an nachfolgend ein kurzer Vergleich gut tragbarer mittlerer Powerstations, welche ideal für den Camping und Outdoor Einsatz sind, aber auch für den Notbetrieb bei einem längeren Stromausfall (Blackout).

Die genannnten Geräte können die meisten mittleren Energiewünsche erfüllen, sind jedoch vollkommen unterschiedlich hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Funktion.

Die Jackery Explorer 1000 pro –
leicht, sparsam, viel Solarleistung

Jackery Explorer 1000pro

Zunächst haben wir neu, die Jackery Explorer 1000Pro. Jackery ist einer der führenden Powerstationanbieter im Outdoorbereich. Und so ist es nicht überraschend, dass die Jackery Explorer 1000 pro für den Outdooreinsatz optimal geeignet ist. Es ist ein leichter 1002 Wh Li-Ionen Akku verbaut und 1000 Zyklen werden angegeben, bis der Akku nur noch 80% seiner Leistung liefert. Bis auf USB sind alle Ausgänge mit Gummischutzkappen versehen, die das Gerät vor Staub und Schmutz schützen. Das Gerät wiegt 11,5 kg und der klappbare Griff sorgt für gute Tragbarkeit und geringen Platzverbrauch. Jackery-Eigen sind die 8020 Stecker für die Solareingänge. An diese können bis zu 800 Watt Modulleistung angeschlossen werden, vorgesehen sind die flexiblen Solarkoffer von Jackery, die bei Sonne aufgestellt werden und bei Wind und Feuchtigkeit wieder verstaut werden sollten. Weiterhin kann die Jackery auch im Auto mit 120 Watt geladen werden. Bedingt durch die 8020 Stecker ist es etwas schwieriger die Jackery an fest montierte Solarmodule im Auto anzuschließen, obwohl die solaren Eingängen von 2*400 Watt bis 60 Volt ideal dafür geeignet wären. Toll an der Jackery ist, dass sie ein Jahr lang gelagert werden kann, ohne nachladen zu müssen, da sie einen sehr geringen  Eigenverbrauch hat – also auch ideal im Notfall bei Stromausfall.

Die Wechselstrom Dauerleistung ist 1000 Watt und funktioniert für die meisten kleineren elektrischen Hausgeräte. Der geringe Eigenverbrauch und die geringen Lautstärke macht sie ideal für 12 Volt Anwendungen und USB-Geräte laden.

Fazit:

Die Jackery Explorer 1000pro ist ideal geeignet für Nutzer die gerne in der Natur unterwegs sind, die Möglichkeit haben bei Sonne viele Solarmodule aufzustellen und mit bis zu 800 Watt schnell solar oder am Netz nachzuladen. Man muss ein bisschen mit den Anschlüssen basteln, um klassische Solarmodule nutzen zu können. Nicht so schön ist der Li-Ionen Akku mit nur 1000 Zyklen, wobei man hervorheben muss dass die Lebensdauer der Powerstations häufig von Elektronikdefekten begrenzt ist als von defekten Akkus. Statt ein Verlängerungskabel zu legen, kann man die Jackery mit ihren 11,5 Kilo überall bequem hintragen. 

Die Anker 757 –
energiesparsam, unhörbar, langlebig und schwer

Anker 757 Powerstation

Die Anker 757 ist mit 19,5 kg ein Schwergewicht, kommt dafür aber mit langlebigen 1229Wh LiFePo4 Akku der bis zu 3000 Zyklen halten soll. (Anker ist seit Jahrzehnten bekannt als Qualitätsanbieter für Powerbanks und Handyzubehör.)

Interessant an der Anker ist, dass sie neben dem schweren Akku auch über große Kühlkörper verfügt, so dass sie eine sehr gute passive Kühlung hat und die Lüfter auch bei großen Lasten nur wenige Sekunden laufen. Damit ist sie super leise und stört auch nicht wenn sie direkt auf dem Schreibtisch steht (möglichst dauerhaft an Solarmodule angeschlossen). In der Praxis ist sie mit dem sich abschaltenden Display so unspektakulär, dass man häufig vergisst dass sie überhaupt da ist, wie eine normale Steckdose. Mit 1500 Watt Spitzenleistung ist sie ideal geeignet für Anwender, die unterwegs regelmäßig Ihre Kaffeemaschine, Mikrowelle und Haarfön in höheren Stufen laufen lassen möchten. Ansonsten hat die Anker 757, da ihre Lüfter fast nie laufen, einen sehr geringen Eigenverbrauch und ist sehr energiesparsam.

Wo die Anker 757 ein wenig schwächelt, ist der solare Eingang. Hier sind nur maximal 30 Volt und 10 Ampere möglich, was einer maximalen Ladeleistung von 300 Watt entspricht. Für kleine Campingmobile und Vans stellt dies jedoch kein großes Problem dar, da häufig sowieso nie mehr Platz auf dem Dach ist als für idealerweise 400 Watt fest installierte Modulnennleistung. (Unsere Empfehlung ist, die Anker 757 mit ca. 400 Watt Modulleistung in Parallelschaltung zu verbauen (Achtung nur, die kleinen Module mit 20 Volt Nennspannung verwenden) und damit dauerhaft zu versorgen, damit auch der kleinste Sonnenstrahl laden kann. Zwar bietet Anker auch flexible Solarkoffer an, aber die aufzustellen, um dennoch nur mit 300 Watt nachzuladen, ist die Mühe eigentlich nicht wert. Durch die Geräuschlosigkeit beim Laden stört auch der Sonnenaufgang im Wohnmobil morgens nicht. Sollte die Sonne mal nicht reichen kann die Anker an einer 220 Volt Steckdose (z.B. im Fastfood Restaurant) mit bis zu 1000 Watt in knapp einer Stunde wieder schnell geladen werden. 

Fazit:
Die Anker 757 ist ideal für mobile Anwender, die regelmäßig auch mal größere Haushaltsgeräte betreiben wollen und die Möglichkeit haben, die Anker 757 dauerhaft Solar zu laden. Die passive Kühlung und LiFePo4 Akkuzellen werden für eine überdurchschnittlich lange Lebensdauer sorgen. Die Anker ist vom Gefühl her der klassischen Haushaltssteckdose am Ähnlichsten.

Ecoflow Delta 2 – der Highperformer –
App, viel Spitzenleistung, hoher Eigenverbrauch und laut

Ecoflow Delta 2

Seit dem Ecoflow die Delta 2 auf Basis von LiFePo4 Zellen mit ebenfalls 3000 Zyklen rausgebracht hat, sind wir ein Fan dieses 12kg Leichtgewichts. Die Delta 2 bietet bis zu 1800 Watt Dauerleistung und kann im X-Boostmodus auch bis zu 2400 Watt simulieren. Dies macht für Anwender Sinn, die auch große Staubsauger, Werkzeuge oder Mikrowellen mit Spitzenleistung unterwegs betreiben müssen. Zumindest kurzzeitig, denn nach 30 Minuten kann der integrierte Akku dann schon leer sein. Zwar kann die Kapazität der Delta 2 mit einem Zusatzakku verdoppelt werden, jedoch stellt sich hier die Herausforderung der relativ geringen solaren Ladung unterwegs. Solar kann die Delta 2 mit bis zu 500 Watt und bis 60 Volt geladen werden, z.B. mit klassischen günstigen großen Hausmodulen. 

Mit Wifi & Bluetooth ist die Delta 2 App-fähig und kann, bzw. muss via Handy angeschaltet bzw. konfiguriert werden um alle Einstellungen vornehmen zu können. 

Die Delta 2 ist zwar ein kleines Leistungsmonster, hat dafür aber auch von den 3 Geräten den höchsten Eigenenergieverbrauch und Lautstärke. Um eine Delta 2 immer betriebsbereit zu halten (Standby), sollte sie immer mit Solarmodulen verbunden sein, allein um den Eigenenergieverbrauch zu kompensieren. Bei schlechtem Wetter (Winter) haben wir bei der Delta 2 leider festgestellt, dass bei wenig Sonne der Eigenverbrauch für die solaren MPPT-Ladereglerversuche so hoch ist, dass sie sich ohne angeschlossene Geräte im Standby-Betrieb pro Tag 10% selbst entladen hat und nach einer Woche trotz vereinzelter Sonnenstrahlen leer war. Für längere autarke Schlechtwetter-, Winter-Campingreisen ist die Delta 2 vor allem auf Grund ihrer hohen Eigenverbräuche nicht zu empfehlen, sofern nicht am Netz regelmäßig nachgeladen werden kann.

Die Delta 2 ermöglicht zwar hohe Wechselstromspitzenleistungen, ist dafür leider auch laut wie ein Föhn. Einige Kunden beschwerten sich über die mit bis zu 65 Dezibel ständig laufenden Lüfter, die auch schon laufen bei kleinen angeschlossenen 12 Volt Verbrauchern oder solarem Laden . Bei 220 Volt bis zu 300 Watt und USB (-C) Anschlussnutzung sind die Lüfter in Stufe 1 zwar relativ leise, aber bei 12 Volt angeschlossenen Kühlboxen läuft der Lüfter ständig. Werden nur 40 Watt bei 12 Volt gezogen laufen die Lüfter in hoher Stufe mit entsprechend hoher Lautstärke dauerhaft. (Einige Kunden haben sich gar eines Tricks bedient und einen USB-C zu 12 Volt Adapter gebaut, um zumindest die Kühlbox oder LED Lichter geräuschärmer nutzen zu können.)

Besonders nervig ist das Delta 2-Lüftergeräusch im Sommer morgens, wenn mit den ersten Sonnenstrahlen, über 100 Watt Solar geladen werden und der Lüfter wie ein Hahn mit 60 Dezibel anfängt zu krähen. 

Für geräuschempfindliche Menschen, die den Solargenerator im gleichen (kleinen) Wohnraum nutzen wollen, ist die Delta 2 definitiv nichts. Egal ob Solar Laden oder Entladen, die Delta 2 macht immer lautstark deutlich, wenn sie genutzt wird. Abhilfe schafft jedoch die Auslagerung in einen separaten schallisolierten Raum und Nutzung von Verlängerungskabeln und die komfortable Bedienung per Handy-App. 

Fazit: 

Die Delta 2 ist mit bis zu 2400 Watt simulierte Spitzenleistung, die leistungsstärkste gut tragbare Powerstation, macht dies aber wie ein Sportwagen auch deutlich durch laute Lüftergeräusche und einen hohen Eigenverbrauch. Somit ist sie ideal geeignet für Anwender, die kurzzeitig viel 220 Volt Leistung (Föhn, Mikrowelle, Kochplatte, Werkzeuge) benötigen, bei gutem Wetter unterwegs sind und mit 500 Watt viele Solarmodule anschließen oder einfach regelmäßig via Netzstrom schnell nachladen können. (Aufgrund der ständig laufenden Lüfter wird zwangsläufig über die Zeit viel Staub und Schmutz in das Gerät getragen, somit vermuten wir trotz LiFePo4 Akku eine geringere Haltbarkeit der Elektronik-Komponenten, vor allem in Verbindung mit der möglichen hohen Leistung und starken Wärmeentwicklung.) Toll ist die Fernsteuerbarkeit via Internet über die Handy-App – dies macht vor allem für Nutzer Sinn, die auch zu Hause gewohnt sind, ihre Steckdosen via Smart Home Schaltung fernzusteuern.

Nachfolgend eine tabellarischer Vergleich der Jackery 1000pro, Anker 575, Delta 2

Explorer 1000 ProAnker 757Delta 2
Li-Ion-Akku mit NMC-Technik und Batterie-Management-System (BMS)

1.000+ Ladezyklen bis >80% Kapazität
LiFePO4 – Akku mit BMS



3000 Batteriezyklen bis >80% Kapazität
LiFePo4 – Akku mit BMS



3000 Zyklen bis >80% Kapazität
Kapazität: 1.002 Wh (43,2V, 23,2 Ah)Kapazität: 1229WhKapazität: 1024 Wh
Keine APP, W-Lan, Bluetooth geringer EigenverbrauchKeine APP, W-Lan, Bluetooth geringer EigenverbrauchBluetooth, W-Lan – (hoher Eigenverbrauch bis zu 10% Verlust am Tag)
FarbdisplayMonochromes DisplayFarbdisplay
Ausgänge:
2x Wechselstrom/AC mit 1.000W (2.000W Spitze), reine Sinuswelle


2x USB-A bis 18W (Quick Charge 3.0)2x USB-C bis 100W (Dual-PD)

KFZ Zigarettenanzünder: 12V * 10 Ampere
Ausgänge:
2x Wechselstrom/AC mit 1.500W (2.000W Spitze), reine Sinuswelle
2*USB-A 12 Watt
2* USB-C (100 W/60W)

KFZ: 12 Volt 10 Ampere
Ausgänge:
4* Wechselstrom/AC mit 1800 Watt (mit X-Boost 2400 Watt)

4* USB-A bis 18W (Quick Charge 3.0)
2 x USB-C-Ausgang bis 100 Watt (Dual-PD)

KFZ: 12 Volt 10 Ampere

zusätzlich: 1* DC5521-Ausgang 12,6V 3A,
Solares Laden:
DC-Eingang bis 60 Volt – 22A, 2*400 Watt = 800W max.
DC-Eingang 11-30 V – 10 A maximal 300 WDC-Eingang XT60 bis 60V – 15A, maximal 500W
Ladezeit: 1,8h (je 800 Watt über Haushaltssteckdose oder 4x SolarSaga 200W Solarpanels)1,5 Stunden am Netz mit bis zu 1000 Watt
ca. 5 Stunden Solar mit 300 Watt
1,5 Stunden mit1200 Watt Netzstrom
ca. 3 Stunden Solar mit 500 Watt
Betriebstemperatur: -10 bis +40°CEntladetemperatur: -20°C bis 40°C
Ladetemperatur: 0°C bis 40°C
Entladetemperatur
-10 bis 45 Grad
Ladetemperatur: 0-45 Grad
Maße: 34 x 26,2 x 25,5 cm46.3 * 28.8 * 23.7 cm40 x 21,1 x 28,1cm
Gewicht: 11,5 kg19,9 kg12kg
Geräuschentwicklung: bis 46 dB(A) – leisegroße Passive Kühler, Lüfter läuft nur bei Spitzenleistung, wenige Sekunden – sehr leise60 dB, Lüfter fast immer in niedriger Stufe ab 300 Watt – störend laut
Preis 1299 Euro1499 Euro1199 Euro

Fragen und Anregungen zu weiteren Details beantworten wir gerne in den Kommentaren.

Eine Meinung zu “Welche mittlere Powerstation ist die Beste?

  1. Markus Matter sagt:

    Hallo Miteinander
    Welche soll man nun kaufen? Ich entschied mich für die Delta 2, diese nutze ich ausschliesslich als Camper wenn ich mit dem Klappzeltanhänger unterwegs bin. Die Ecoflow Delta 2 muss in erster Line eine Kühlbox versorgen die fast dauernd zwischen 30-60 Watt braucht, am Morgen die Kaffee Kapselmaschine welche kurzzeitig 1500 Watt abruft, mal einen Heizlüfter Abends und natürlich um die Handys aufzuladen. Für mich war das Gewicht entscheidend und die Möglichkeit kurzfristig eine Boost-Leistung abzurufen. Geladen wird die Batterie tagsüber mit einem faltbaren Ecoflow Solarmodul mit 160W Leistung. Das genügt um die Delta 2 vollständig zu laden und die Kühlbox zu speisen, wenn die Sonne scheint…
    Zur Geräuschentwicklung. Ja die Lüfter laufen, aber bei niedrigen Energiebezug Nachts ganz leise. Das Update hat hier diesbezüglich sehr viel gebracht. Der Lüfter meiner Kühlbox macht mehr Geräusche! Wenn ich wach bin und die Kaffeemaschine oder mal der Heizlüfter zum Einsatz kommt, ist mir die Geräuschentwicklung der Delta 2 egal, die angeschlossenen Geräte machen mehr Geräusche.
    Die Anker wäre mir mit 20kg Gewicht schlicht zu schwer für den Campingeinsatz.
    Mein Tipp für Leute die unterwegs in der Natur sind, die Ecoflow Delta 2.

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